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19. Februar 2026

Alles, was man über die Elternzeit wissen muss

Die Elternzeit ist ein wichtiger Bestandteil der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland. Sie ermöglicht es Eltern, nach der Geburt ihres Kindes Zeit für die Betreuung und Erziehung zu nehmen, ohne den Arbeitsplatz zu verlieren. In diesem Artikel beantworten wir zentrale Fragen zur Elternzeit, zum Beispiel zu ihrer Dauer, finanziellen Aspekten und wie sie beantragt wird.

— SundaeOS Redaktion · 10 Min. Lesezeit

Elternzeit – Vater hebt Baby in die Luft

Wie lange ist die gesetzliche Elternzeit?

Die gesetzliche Elternzeit beträgt insgesamt bis zu drei Jahre pro Kind. Diese Zeit kann flexibel zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt werden, sodass Eltern die Möglichkeit haben, sich der Betreuung des Kindes anzupassen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Elternzeit bis zur Volljährigkeit des Kindes (also bis zum 18. Lebensjahr) genommen werden kann.

In der Regel müssen die Eltern nicht die gesamte Zeit am Stück nehmen; sie können die drei Jahre in verschiedene Abschnitte aufteilen, was eine individuelle Gestaltung der Elternzeit ermöglicht.

Die ersten 14 Monate nach der Geburt eines Kindes können mit Elterngeld gefördert werden, welches die finanzielle Basis während der ersten Zeit darstellt. Es ist wichtig, dass mindestens zwei Monate für einen Elternteil reserviert sind, wenn beide Elternteile Elterngeld beziehen. Diese Regelung fördert die gleichmäßige Verteilung der Betreuungsverantwortung und ermöglicht es beiden Eltern, aktiv am Leben ihres Kindes teilzuhaben.

Gut zu wissen

Bis zu 24 Monate der Elternzeit können zwischen dem dritten und achten Geburtstag des Kindes genommen werden – sofern der Arbeitgeber zustimmt.

Wer bezahlt die drei Jahre Elternzeit?

Während der Elternzeit selbst erhalten Eltern kein Gehalt vom Arbeitgeber, da diese Zeit unbezahlt ist. Die Finanzierung der ersten Monate erfolgt jedoch durch das Elterngeld, das eine wichtige finanzielle Unterstützung für Eltern darstellt. Es wird gezahlt, wenn ein Elternteil nach der Geburt des Kindes weniger oder gar nicht arbeitet.

Das Elterngeld wird für einen Zeitraum von bis zu 12 bis 14 Monaten gewährt, wobei die Höhe auf dem vorherigen Einkommen basiert. Eltern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, erhalten in der Regel zwischen 65 % und 67 % ihres Nettoeinkommens, wobei der maximale Betrag bei 1.800 € pro Monat liegt. Für Eltern, die vor der Geburt kein Einkommen hatten, gilt ein Mindestbetrag von 300 € monatlich.

Es ist ebenfalls wichtig zu beachten, dass das Elterngeld steuerfrei ist, aber dem Progressionsvorbehalt unterliegt. Das bedeutet, dass es das zu versteuernde Einkommen erhöht, was unter Umständen zu einem höheren Steuersatz führen kann. Eltern sollten sich daher über die steuerlichen Auswirkungen informieren, um böse Überraschungen bei der Steuererklärung zu vermeiden.

In unserem Artikel Elterngeld 2025 findest du weitere Infos zu diesem Thema.

Tipp

Prüfe frühzeitig, ob ElterngeldPlus für dich infrage kommt. Es ermöglicht eine längere Bezugsdauer bei halber Höhe und ist besonders vorteilhaft, wenn du in Teilzeit zurückkehren möchtest.

Antragstellung

Die Elternzeit muss rechtzeitig beim Arbeitgeber beantragt werden, was eine der wichtigsten Phasen in der Planung ist. Eltern sollten ihren Antrag mindestens sieben Wochen vor dem gewünschten Beginn stellen. Um eine reibungslose Genehmigung zu gewährleisten, ist es ratsam, die gewünschte Dauer und die Aufteilung zwischen den Eltern gut durchzuplanen.

Bei der Antragstellung sollten Eltern darauf achten, alle notwendigen Unterlagen, wie die Geburtsurkunde des Kindes, bereitzuhalten. Eine schriftliche Bestätigung des Antrags beim Arbeitgeber ist empfehlenswert, auch wenn der Antrag mündlich eingereicht wird.

Es kann außerdem hilfreich sein, im Vorfeld Gespräche mit dem Arbeitgeber zu führen, um mögliche Fragen oder Bedenken auszuräumen. Viele Unternehmen haben inzwischen flexible Modelle und unterstützen Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine offene Kommunikation mit dem Arbeitgeber kann dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden und die Elternzeit optimal zu gestalten.

Tipps zur optimalen Nutzung der Elternzeit

Um die Zeit optimal zu nutzen, sollten Eltern sich bereits vor der Geburt intensiv mit den Möglichkeiten und Regelungen auseinandersetzen. Hier sind einige hilfreiche Tipps:

  • Über das Elterngeld informieren: Nutze Online-Rechner, um herauszufinden, wie hoch dein Elterngeld sein könnte, und überlege, welche Variante am besten geeignet ist.
  • Aufteilung der Elternzeit planen: Überlege, wie die drei Jahre zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt werden sollen, um eine gute Balance zwischen Beruf und Familie zu finden.
  • Flexibilität nutzen: Nutze die Möglichkeit, die Elternzeit in mehreren Abschnitten zu nehmen, sodass beide Elternteile aktiv an der Betreuung des Kindes teilnehmen können.
  • Gespräche mit dem Arbeitgeber führen: Sprich frühzeitig mit deinem Arbeitgeber über deine Pläne, um Verständnis und Unterstützung zu erhalten.
  • Unterstützung nutzen: Hole dir Hilfe von Familie und Freunden, wenn du sie benötigst. Die Unterstützung von Verwandten kann die Elternzeit entspannter gestalten.

Fazit

Die Elternzeit bietet Eltern die Möglichkeit, sich intensiv um ihre Neugeborenen zu kümmern und eine wichtige Bindung aufzubauen. Mit einer Dauer von bis zu drei Jahren und der finanziellen Unterstützung durch das Elterngeld ist sie ein wertvolles Instrument für junge Familien.

Trotz der Herausforderungen, die die Elternzeit mit sich bringen kann, ist sie eine einmalige Gelegenheit, die ersten Monate im Leben eines Kindes aktiv mitzugestalten. Eine sorgfältige Planung, rechtzeitige Antragstellung und das Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten können entscheidend dafür sein, wie gut Familien diese Zeit nutzen können. Eltern, die sich gut informieren und unterstützen lassen, können die Zeit optimal gestalten und die Bindung zu ihrem Kind stärken.

Empfehlung

Mit SundaeOS verwaltest du Elternzeiten, Abwesenheiten und Personalplanung zentral und übersichtlich. So behältst du als Arbeitgeber den Überblick und unterstützt deine Mitarbeitenden bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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SundaeOS Redaktion

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